Mecklenburg-Vorpommern

Entgegen des Aufschwungs der Anteile im letzten Jahr, verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr im Bereich der Studienanfänger(innen) und Absolvent(inn)en ohne Abitur einen zahlenmäßigen Rückgang. Lediglich im Bereich der Studierenden ohne Fachhochschul- und Hochschulreife kann das Bundesland seinen Anteil weiterhin steigern und erreicht damit seinen aktuellen Höchstwert. Mecklenburg-Vorpommern bewegt sich dennoch in allen Kategorien über dem Bundesdurchschnitt und sogar im oberen Mittelfeld im Ländervergleich. Die rechtlichen Regelungen wurden in dem nördlichen Bundesland vor geraumer Zeit angepasst. Insbesondere die Zugangsmöglichkeiten für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufspraxis wurden verbessert.


Zugangsbedingungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

Berechtigung:
Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Einschränkungen:
Nein

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

Berechtigung:
Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung/durch Erweiterungsprüfung allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Voraussetzungen:
Fachlich verwandte Berufsausbildung (2 Jahre)

Fachlich verwandte Berufserfahrung (3 Jahre)

Eignungsprüfung erforderlich:
Ja
Probestudium möglich:
Nein

Gesetzliche Regelungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

§ 18 Abs. 1 LHG M-V und § 2 Abs. 2 QualVO M-V: Das Ablegen der Meisterprüfung oder einer gleichgestellten beruflichen Fortbildungsprüfung berechtigt zum Studium an einer Hochschule.

  • Der Meisterprüfung gleichgestellt sind eine mindestens 400 Stunden umfassende berufliche Fortbildung i. S. des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung, das Abschlusszeugnis einer Fachschule, eine gleichwertige Qualifikation i. S. des Seemannsgesetzes sowie der Abschluss nach landesrechtlichen Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Berufe.
  • § 2 Abs. 1 bis 3 QualVO M-V: Darüber hinaus besitzen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung Personen, die eine Begabtenprüfung erfolgreich abgelegt haben oder einen Abschluss als Steuerberater(in) bzw. Wirtschaftsprüfer(in) besitzen. Auch der Abschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang.

Sonderregelungen für die Zulassung an Fachhochschulen:

  • Zum Studium an Fachhochschulen gemäß §§ 11 und 12 QualVO M-V berechtigen Abschlusszeugnisse der folgenden Lehrgänge: Aufbaulehrgang Verwaltung einer Bundeswehrfachschule, der Fachhochschulreife gleichwertige Abschlusszeugnisse der Bundeswehrfachschule in den Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialpädagogik, Abschlusszeugnis des Lehrgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife an einer Grenzschutzfachschule und das Zeugnis der Fachhochschulreife (schulischer Teil) in Verbindung mit einem Nachweis über eine Berufsausbildung oder ein Praktikum.

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

§ 19 Abs. 1 und 2 LHG M-V: Personen, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit nachweisen können (jeweils mit hinreichenden inhaltlichen Zusammenhängen zum angestrebten Studiengang), werden zur Zugangsprüfung zugelassen. Die Hochschulen regeln die Einzelheiten der Hochschulzugangsprüfung durch Satzung (§ 19 Abs. 3 LHG M-V).

§ 4 QualVO M-V: Eine bestandene Diplom-Vorprüfung an einer Fachhochschule berechtigt zum Weiterstudium im gleichen oder verwandten Studiengang an den Universitäten des Landes. Eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung besitzen auch Personen, die eine Laufbahnprüfung für den gehobenen nichttechnischen Dienst bestanden haben (nach einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern) und Absolvent(inn)en von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien in Mecklenburg-Vorpommern, die eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können.

§ 19 Abs. 4 LHG M-V: Bewerber(innen) mit fachgebundener Hochschulzugangsberechtigung, die mindestens die Hälfte aller Leistungen in einem Studiengang erfolgreich erbringen oder eine Zwischenprüfung in einem Studiengang erfolgreich bestehen, können eine Erweiterungsprüfung ablegen und das Studium in einem fachlich nicht verwandten Studiengang fortsetzen.

Bei Personen, die ein Aufstiegsstipendium des Bundes erhalten, genügt eine zweijährige fachlich verwandte Tätigkeit. Erziehungs- und Pflegezeiten können mit bis zu einem Jahr auf die berufliche Tätigkeit angerechnet werden (§ 19 Abs. 2 LHG M-V).

Zulassung zu weiterbildenden Studiengängen

§ 31 Abs. 1 bis 3 LHG M-V: Weiterbildende Studien stehen auch Bewerber(inne)n offen, die die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf erworben haben. „Die Hochschule regelt die Voraussetzungen und das Verfahren der Zulassung zu einzelnen Veranstaltungen, soweit dies erforderlich ist, durch Satzung. Wird das Weiterbildungsstudium mit einer Prüfung beendet, so wird grundsätzlich ein Zertifikat über die erfolgreiche Absolvierung des Weiterbildungsstudiums angeboten. Soll ein akademischer Grad vergeben werden, so ist eine Prüfungsordnung als Satzung zu erlassen.“ Berufspraktische Erfahrungen sollen für die Lehre nutzbar gemacht werden und das Weiterbildungsangebot soll aus in sich geschlossenen Abschnitten bestehen sowie die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer(innen) berücksichtigen. Die Hochschulen sollen für die Weiterbildungsmaßnahmen eine Studienberatung durchführen.

Anrechnung von beruflichen Kenntnissen

§ 20 Abs. 2 und 3 LHG M-V: Außerhalb des Hochschulwesens erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können bis zu 50 % auf das Hochschulstudium angerechnet werden. Einzelheiten werden durch die Hochschule in einer Einstufungsprüfungsordnung geregelt. Grundlage für die Einstufung in ein höheres Fachsemester können sein: eine Einstufungsprüfung oder Unterlagen der Bewerber(innen). Aufgrund von Kooperationsabkommen mit der Hochschule ist auch eine pauschale Anrechnung für homogene Bewerbergruppen möglich. Voraussetzungen für die Einstufung in ein höheres Fachsemester sind eine Qualifikation für das gewählte Studium nach §§ 18 und 19 und eine einschlägige Berufsausbildung oder -tätigkeit von mindestens drei Jahren.

Wechsel aus einem anderen Bundesland

§ 18 Abs. 1 LHG M-V: Nach einem erfolgreich absolvierten Studienjahr in einem anderen Bundesland ist ein Weiterstudium in dem gleichen oder in einem verwandten Studiengang in Mecklenburg-Vorpommern möglich.

Quoten, Auswahlverfahren und Verbleib ungenutzter Studienplätze

§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr 5: Mecklenburg-Vorpommern sieht eine gesetzlich geregelte Vorabquote von maximal 5 Prozent für beruflich besonders Qualifizierte Bewerber(innen) vor. Es muss mindestens ein Studienplatz zur Verfügung gestellt werden, wenn mindestens eine Bewerbung zu berücksichtigen ist.

(Stand: März 2018)

Daten-Monitoring

 

Der Anteil der Studienanfänger(innen) ohne Abitur bewegt sich im Schnitt der letzten Jahre über dem Bundesdurchschnitt. Auffällig ist jedoch, dass der Anteil seit 2011 stetig sinkt, mit Ausnahme des Jahres 2015. Seitdem ist mit 0,04 Prozentpunkten erneut ein marginal rückläufiger Trend bei den Studienanfänger(inne)n ohne Abitur in Mecklenburg-Vorpommern festzustellen, sodass der Anteil in 2016 bei 2,70 Prozent liegt. Das Bundesland kann trotz des Quotenrückgangs seine Position auf dem 5. Rang im Bundesländervergleich dieser Personengruppe halten. Bei den Absolvent(inn)en muss Mecklenburg-Vorpommern in diesem Berichtsjahr erstmals seit 2011 einen Rückgang von 0,14 Prozentpunkten hinnehmen. Mit einer Absolvent(inn)enquote von 1,57 Prozent liegt das Bundesland damit aber immer noch über dem Bundesdurchschnitt von 1,46 Prozent und belegt im Ländervergleich den 6. Rang. Entgegen der fallenden Zahlen im Bereich der Absolvent(inn)en und Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, lässt sich eine positive Entwicklung im Bereich der Studierenden ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung feststellen. Hier kann Mecklenburg-Vorpommern seine Quote um 0,14 Prozentpunkte auf 1,96 Prozent steigern und erlangt bei dieser Personengruppe den höchsten Wert seit 2011. Insgesamt bewegt sich Mecklenburg-Vorpommern in allen Kategorien über dem Bundesdurchschnitt und damit im oberen Mittelfeld.