Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern gehört neben Sachsen und Schleswig-Holstein aktuell zu den einzigen drei Bundesländern, welche entgegen dem deutschlandweiten Trend ihre Quoten an Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung steigern konnten. In Folge dessen hält sich Mecklenburg-Vorpommern im Bundesländervergleich im oberen Mittelfeld und belegt in dieser Kategorie nunmehr Platz fünf. Positiv ist ebenfalls, dass die Zahl der Absolvent(inn)en, die ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben, seit 2010 kontinuierlich gestiegen ist. Hier belegt Mecklenburg-Vorpommern im Bundesländervergleich mit Platz vier sogar einen Rang in der Spitzengruppe. Die rechtlichen Regelungen wurden in dem nördlichen Bundesland vor geraumer Zeit angepasst. Insbesondere die Zugangsmöglichkeiten für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufspraxis wurden verbessert.


Zugangsbedingungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

Berechtigung:
Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Einschränkungen:
Nein

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

Berechtigung:
Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung/durch Erweiterungsprüfung allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Voraussetzungen:
Fachlich verwandte Berufsausbildung (2 Jahre)

Fachlich verwandte Berufserfahrung (3 Jahre)

Eignungsprüfung erforderlich:
Ja
Probestudium möglich:
Nein

Gesetzliche Regelungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

§ 18 Abs. 1 LHG M-V und § 2 Abs. 2 QualVO M-V: Das Ablegen der Meisterprüfung oder einer gleichgestellten beruflichen Fortbildungsprüfung berechtigt zum Studium an einer Hochschule.

  • Der Meisterprüfung gleichgestellt sind eine mindestens 400 Stunden umfassende berufliche Fortbildung i. S. des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung, das Abschlusszeugnis einer Fachschule, eine gleichwertige Qualifikation i. S. des Seemannsgesetzes sowie der Abschluss nach landesrechtlichen Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Berufe.
  • § 2 Abs. 1 bis 3 QualVO M-V: Darüber hinaus besitzen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung Personen, die eine Begabtenprüfung erfolgreich abgelegt haben oder einen Abschluss als Steuerberater(in) bzw. Wirtschaftsprüfer(in) besitzen. Auch der Abschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang.

Sonderregelungen für die Zulassung an Fachhochschulen:

  • Zum Studium an Fachhochschulen gemäß §§ 11 und 12 QualVO M-V berechtigen Abschlusszeugnisse der folgenden Lehrgänge: Aufbaulehrgang Verwaltung einer Bundeswehrfachschule, der Fachhochschulreife gleichwertige Abschlusszeugnisse der Bundeswehrfachschule in den Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialpädagogik, Abschlusszeugnis des Lehrgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife an einer Grenzschutzfachschule und das Zeugnis der Fachhochschulreife (schulischer Teil) in Verbindung mit einem Nachweis über eine Berufsausbildung oder ein Praktikum.

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

§ 19 Abs. 1 und 2 LHG M-V: Personen, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit nachweisen können (jeweils mit hinreichenden inhaltlichen Zusammenhängen zum angestrebten Studiengang), werden zur Zugangsprüfung zugelassen. Die Hochschulen regeln die Einzelheiten der Hochschulzugangsprüfung durch Satzung (§ 19 Abs. 3 LHG M-V).

§ 4 QualVO M-V: Eine bestandene Diplom-Vorprüfung an einer Fachhochschule berechtigt zum Weiterstudium im gleichen oder verwandten Studiengang an den Universitäten des Landes. Eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung besitzen auch Personen, die eine Laufbahnprüfung für den gehobenen nichttechnischen Dienst bestanden haben (nach einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern) und Absolvent(inn)en von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien in Mecklenburg-Vorpommern, die eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können.

§ 19 Abs. 4 LHG M-V: Bewerber(innen) mit fachgebundener Hochschulzugangsberechtigung, die mindestens die Hälfte aller Leistungen in einem Studiengang erfolgreich erbringen oder eine Zwischenprüfung in einem Studiengang erfolgreich bestehen, können eine Erweiterungsprüfung ablegen und das Studium in einem fachlich nicht verwandten Studiengang fortsetzen.

Bei Personen, die ein Aufstiegsstipendium des Bundes erhalten, genügt eine zweijährige fachlich verwandte Tätigkeit. Erziehungs- und Pflegezeiten können mit bis zu einem Jahr auf die berufliche Tätigkeit angerechnet werden (§ 19 Abs. 2 LHG M-V).

Zulassung zu weiterbildenden Studiengängen

§ 31 Abs. 1 bis 3 LHG M-V: Weiterbildende Studien stehen auch Bewerber(inne)n offen, die die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf erworben haben. „Die Hochschule regelt die Voraussetzungen und das Verfahren der Zulassung zu einzelnen Veranstaltungen, soweit dies erforderlich ist, durch Satzung. Wird das Weiterbildungsstudium mit einer Prüfung beendet, so wird grundsätzlich ein Zertifikat über die erfolgreiche Absolvierung des Weiterbildungsstudiums angeboten. Soll ein akademischer Grad vergeben werden, so ist eine Prüfungsordnung als Satzung zu erlassen.“ Berufspraktische Erfahrungen sollen für die Lehre nutzbar gemacht werden und das Weiterbildungsangebot soll aus in sich geschlossenen Abschnitten bestehen sowie die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer(innen) berücksichtigen. Die Hochschulen sollen für die Weiterbildungsmaßnahmen eine Studienberatung durchführen.

Anrechnung von beruflichen Kenntnissen

§ 20 Abs. 2 und 3 LHG M-V: Außerhalb des Hochschulwesens erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können bis zu 50 % auf das Hochschulstudium angerechnet werden. Einzelheiten werden durch die Hochschule in einer Einstufungsprüfungsordnung geregelt. Grundlage für die Einstufung in ein höheres Fachsemester können sein: eine Einstufungsprüfung oder Unterlagen der Bewerber(innen). Aufgrund von Kooperationsabkommen mit der Hochschule ist auch eine pauschale Anrechnung für homogene Bewerbergruppen möglich. Voraussetzungen für die Einstufung in ein höheres Fachsemester sind eine Qualifikation für das gewählte Studium nach §§ 18 und 19 und eine einschlägige Berufsausbildung oder -tätigkeit von mindestens drei Jahren.

Wechsel aus einem anderen Bundesland

§ 18 Abs. 1 LHG M-V: Nach einem erfolgreich absolvierten Studienjahr in einem anderen Bundesland ist ein Weiterstudium in dem gleichen oder in einem verwandten Studiengang in Mecklenburg-Vorpommern möglich.

Quoten, Auswahlverfahren und Verbleib ungenutzter Studienplätze

§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr 5: Mecklenburg-Vorpommern sieht eine gesetzlich geregelte Vorabquote von maximal 5 Prozent für beruflich besonders Qualifizierte Bewerber(innen) vor. Es muss mindestens ein Studienplatz zur Verfügung gestellt werden, wenn mindestens eine Bewerbung zu berücksichtigen ist.

(Stand: März 2017)

Daten-Monitoring

Der Anteil der Studienanfänger(innen) ohne Abitur in Mecklenburg-Vorpommern bewegte sich die letzten Jahre auf einem überdurchschnittlichen bis durchschnittlichen bundesweiten Niveau. Nachdem die Zahlen für 2014 mit 2,22 Prozent zum ersten Mal unterdurchschnittliche Werte zeigten, erhöhen sie sich im Jahr 2015 um 0,52 Prozentpunkte und liegen mit 2,74 Prozent erneut über dem Bundesdurchschnitt. Nachdem in den Vorjahren ein rückläufiger Trend auszumachen war, gehört Mecklenburg-Vorpommern neben Sachsen und Rheinland-Pfalz zu den einzigen drei Ländern welche in 2015 eine steigende Studienanfänger(innen)quote aufweisen. Auf die bundesweite Platzierung des Landes in dieser Kategorie hat dies keine Auswirkungen dort bleibt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf einem guten 5. Platz. Ähnlich sehen die Entwicklungen bei den Studierendenanteilen aus. Nach einem kontinuierlichen Wachstum der Studierendenquoten von 2010 bis 2013, verzeichnete das Land 2014 einen leichten Rückgang und lag damit zum ersten Mal knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die aktuellen Daten für 2015 zeigen mit 1,82 Prozent wieder einen leichten Aufwärtstrend, obgleich Mecklenburg-Vorpommern knapp unterhalb des Bundesdurchschnitts von 1,85 Prozent verbleibt. Hingegen entwickelt sich die Zahl der Absolvent(inn)en ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung kontinuierlich positiv. 2015 verzeichnen die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Plus in dieser Kategorie und erreichen mit einem Anteil von 1,64 Prozent einen guten Platz im oberen Mittelfeld im Bundesländervergleich.