Mecklenburg-Vorpommern

Einen leichten Rückgang hat Mecklenburg-Vorpommern im aktuellen Berichtsjahr bei seiner Quote der Erstsemester ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung zu verzeichnen. Obwohl es nur 0,2 Prozent beträgt, wirkt sich das Minus im Bundesländervergleich gravierend aus. Mecklenburg-Vorpommern verliert in dieser Kategorie drei Plätze und fällt auf den 8. Rang zurück. Ähnliches ist bei der Studierendenquote zu beobachten. Hier muss Mecklenburg-Vorpommern zwei Plätze abgeben und landet nun auf dem 7. Platz. Beide Werte liegen jeweils unter dem Bundesdurchschnitt. Ein völlig anderer Trend zeigt sich dagegen bei den beruflich Qualifizierten, die ihr Studium ohne den vorherigen Erwerb einer schulischen Hochschulzugangsberechtigung erfolgreich abschließen konnten. Hier erreicht Mecklenburg-Vorpommern sogar seinen bisherigen Höchstwert und entlässt bundesweit anteilig die viertmeisten Hochschulabsolvent(inn)en ohne Abitur auf den Arbeitsmarkt. Die rechtlichen Regelungen wurden in dem nördlichen Bundesland vor geraumer Zeit angepasst. Insbesondere die Zugangsmöglichkeiten für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufspraxis wurden verbessert.


Zugangsbedingungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

Berechtigung:
Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Einschränkungen:
Nein

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

Berechtigung:
Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung/durch Erweiterungsprüfung allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Voraussetzungen:
Fachlich verwandte Berufsausbildung (2 Jahre)

Fachlich verwandte Berufserfahrung (3 Jahre)

Eignungsprüfung erforderlich:
Ja
Probestudium möglich:
Nein

Gesetzliche Regelungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

§ 18 Abs. 1 LHG M-V und § 2 Abs. 2 QualVO M-V: Das Ablegen der Meisterprüfung oder einer gleichgestellten beruflichen Fortbildungsprüfung berechtigt zum Studium an einer Hochschule.

  • Der Meisterprüfung gleichgestellt sind eine mindestens 400 Stunden umfassende berufliche Fortbildung i. S. des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung, das Abschlusszeugnis einer Fachschule, eine gleichwertige Qualifikation i. S. des Seemannsgesetzes sowie der Abschluss nach landesrechtlichen Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Berufe.
  • § 2 Abs. 1 bis 3 QualVO M-V: Darüber hinaus besitzen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung Personen, die eine Begabtenprüfung erfolgreich abgelegt haben oder einen Abschluss als Steuerberater(in) bzw. Wirtschaftsprüfer(in) besitzen. Auch der Abschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang.

 

Sonderregelungen für die Zulassung an Fachhochschulen:

  • Zum Studium an Fachhochschulen gemäß §§ 11 und 12 QualVO M-V berechtigen Abschlusszeugnisse der folgenden Lehrgänge: Aufbaulehrgang Verwaltung einer Bundeswehrfachschule, der Fachhochschulreife gleichwertige Abschlusszeugnisse der Bundeswehrfachschule in den Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialpädagogik, Abschlusszeugnis des Lehrgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife an einer Grenzschutzfachschule und das Zeugnis der Fachhochschulreife (schulischer Teil) in Verbindung mit einem Nachweis über eine Berufsausbildung oder ein Praktikum.

 

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

§ 19 Abs. 1 und 2 LHG M-V: Personen, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit nachweisen können (jeweils mit hinreichenden inhaltlichen Zusammenhängen zum angestrebten Studiengang), werden zur Zugangsprüfung zugelassen. Die Hochschulen regeln die Einzelheiten der Hochschulzugangsprüfung durch Satzung (§ 19 Abs. 3 LHG M-V).

§ 4 QualVO M-V: Eine bestandene Diplom-Vorprüfung an einer Fachhochschule berechtigt zum Weiterstudium im gleichen oder verwandten Studiengang an den Universitäten des Landes. Eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung besitzen auch Personen, die eine Laufbahnprüfung für den gehobenen nichttechnischen Dienst bestanden haben (nach einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern) und Absolvent(inn)en von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien in Mecklenburg-Vorpommern, die eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können.

§ 19 Abs. 4 LHG M-V: Bewerber(innen) mit fachgebundener Hochschulzugangsberechtigung, die mindestens die Hälfte aller Leistungen in einem Studiengang erfolgreich erbringen oder eine Zwischenprüfung in einem Studiengang erfolgreich bestehen, können eine Erweiterungsprüfung ablegen und das Studium in einem fachlich nicht verwandten Studiengang fortsetzen.

Bei Personen, die ein Aufstiegsstipendium des Bundes erhalten, genügt eine zweijährige fachlich verwandte Tätigkeit. Erziehungs- und Pflegezeiten können mit bis zu einem Jahr auf die berufliche Tätigkeit angerechnet werden (§ 19 Abs. 2 LHG M-V).

 

Zulassung zu weiterbildenden Studiengängen

§ 31 Abs. 1 bis 3 LHG M-V: Weiterbildende Studien stehen auch Bewerber(inne)n offen, die die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf erworben haben. „Die Hochschule regelt die Voraussetzungen und das Verfahren der Zulassung zu einzelnen Veranstaltungen, soweit dies erforderlich ist, durch Satzung. Wird das Weiterbildungsstudium mit einer Prüfung beendet, so wird grundsätzlich ein Zertifikat über die erfolgreiche Absolvierung des Weiterbildungsstudiums angeboten. Soll ein akademischer Grad vergeben werden, so ist eine Prüfungsordnung als Satzung zu erlassen.“ Berufspraktische Erfahrungen sollen für die Lehre nutzbar gemacht werden und das Weiterbildungsangebot soll aus in sich geschlossenen Abschnitten bestehen sowie die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer(innen) berücksichtigen. Die Hochschulen sollen für die Weiterbildungsmaßnahmen eine Studienberatung durchführen.

 

Anrechnung von beruflichen Kenntnissen

§ 20 Abs. 2 und 3 LHG M-V: Außerhalb des Hochschulwesens erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können bis zu 50 % auf das Hochschulstudium angerechnet werden. Einzelheiten werden durch die Hochschule in einer Einstufungsprüfungsordnung geregelt. Grundlage für die Einstufung in ein höheres Fachsemester können sein: eine Einstufungsprüfung oder Unterlagen der Bewerber(innen). Aufgrund von Kooperationsabkommen mit der Hochschule ist auch eine pauschale Anrechnung für homogene Bewerbergruppen möglich. Voraussetzungen für die Einstufung in ein höheres Fachsemester sind eine Qualifikation für das gewählte Studium nach §§ 18 und 19 und eine einschlägige Berufsausbildung oder -tätigkeit von mindestens drei Jahren.

 

Wechsel aus einem anderen Bundesland

§ 18 Abs. 1 LHG M-V: Nach einem erfolgreich absolvierten Studienjahr in einem anderen Bundesland ist ein Weiterstudium in dem gleichen oder in einem verwandten Studiengang in Mecklenburg-Vorpommern möglich.

 

Quoten, Auswahlverfahren und Verbleib ungenutzter Studienplätze

§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr 5: Mecklenburg-Vorpommern sieht eine gesetzlich geregelte Vorabquote von maximal 5 Prozent für beruflich besonders Qualifizierte Bewerber(innen) vor. Es muss mindestens ein Studienplatz zur Verfügung gestellt werden, wenn mindestens eine Bewerbung zu berücksichtigen ist.

(Stand: April 2019)

Daten-Monitoring

 

Bewegte sich der Anteil der Studienanfänger(innen) ohne (Fach-)Abitur in Mecklenburg-Vorpommern 2016 noch über dem Bundesdurchschnitt, liegt dieser im Jahr 2017 mit einem Anteil von 2,47 Prozent rund 0,4 Prozentpunkte darunter. Der marginale Negativtrend von 2016 bei den Erstsemester(inne)n ohne schulische HZB wird somit in 2017 verstärkt fortgesetzt. Dadurch verliert Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich drei Plätze und belegt nun den 8. Rang. Auch im Bereich der Studierenden ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife lässt sich ein leicht rückläufiger Trend in 2017 beobachten. Nachdem das Bundesland 2016 seinen Höchstwert erreichte, geht dieser im aktuellen Berichtsjahr um marginale 0,06 Prozentpunkte zurück auf 1,90 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern erreicht im Ländervergleich den 8. Rang – im Vorjahr war es noch der 6. Rang. Entgegen der fallenden Zahlen im Bereich der Studienanfänger(innen) und Studierenden ohne (Fach-)Abitur zeigt die Absolvent(inn)enquote eine positive Entwicklung, sodass Mecklenburg-Vorpommern seinen Anteil hier um 0,36 Prozentpunkte auf 1,93 Prozent steigern und den 6. Rang im Ländervergleich halten kann.

Die Zahlen für Mecklenburg-Vorpommern weisen zudem eine sehr auffällige Entwicklung der Verteilung zwischen beruflich Qualifizierten und Personen, die über eine Begabten- oder Eignungsprüfung an einen Studienplatz gekommen sind. Nahmen die Begabten- und Eignungsprüfungen im Jahr 2015 noch einen minimalen Anteil von 3,31 Prozent aller Studienanfänger(innen) ohne (Fach-)Abitur ein, sind es im aktuellen Berichtsjahr 2017 bereits 14,45 Prozent. Der starke Anstieg kann vermutlich auf die Änderungen der HZB-Systematik in der Hochschulstatistik (siehe Informationen zu den verwendeten Daten) zurückgeführt werden und sollte bei der Interpretation der Entwicklung der Erstsemester(innen) ohne schulische HZB in Mecklenburg-Vorpommern berücksichtigt werden.