Brandenburg

Im April 2014 hat Brandenburg als eines der letzten Bundesländer die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz umgesetzt und den Hochschulzugang ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife weiter verbessert. Demzufolge sind neben einem Meisterabschluss oder einem sonstigen hochqualifizierenden Fortbildungsabschluss weitere Qualifikationen definiert worden, die nicht mehr wie bisher zu einer fachgebundenen, sondern fortan zu einer allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung führen. 2014 verzeichnete das Land allerdings eine rückläufige Nachfrage. Insbesondere die Quote der Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung erlebte einen sichtbaren Einbruch und lässt Brandenburg im Bundesländervergleich auf Platz neun fallen. Die Absolvent(inn)enquote des Landes bleiben indes weiterhin über dem Bundesdurchschnitt.

Zugangsbedingungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

Berechtigung:
Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Einschränkungen:
Nein

Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

Berechtigung:
Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung
Voraussetzungen:
Mindestens Abschluss der Sekundarstufe I (oder ein gleichwertiger Abschluss)
Fachlich entsprechende Berufsausbildung
Fachlich entsprechende Berufserfahrung (2 Jahre)
Eignungsprüfung erforderlich:
Nein
Probestudium möglich:
Nein

Gesetzliche Regelungen

Hochschulzugang für Meister und sonstige hochqualifizierende Fortbildungsabschlüsse

Gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 6 – 10 BbgHG berechtigen die folgenden Qualifikationen zur Aufnahme eines Studiums, das zu einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss führt:

  • eine aufgrund §§ 45, 51a, 122 der Handwerksordnung bestandene Meisterprüfung oder eine der Meisterprüfung gleichwertige Berechtigung gemäß § 7 Abs. 2a der Handwerksordnung,
  • ein Fortbildungsabschluss nach §§ 53, 54 des Berufsbildungsgesetzes oder nach §§ 42, 42a der Handwerksordnung, sofern die Lehrgänge mindestens 400 Unterrichtsstunden umfasst haben,
  • ein Befähigungszeugnis für den nautischen oder technischen Schiffsdienst nach der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung, das auf einem mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassenden Lehrgang beruht,
  • ein Abschluss einer Fachschule in öffentlicher Trägerschaft oder eine staatlich anerkannten Fachschule in freier Trägerschaft im Sinne des § 28 des Brandenburgischen Schulgesetzes oder ein Abschluss einer vergleichbaren Ausbildung in einem anderen Bundesland
  • eine den zuvor genannten Fortbildungen vergleichbare Qualifikation aufgrund einer landesrechtlich geregelten Fortbildungsmaßnahme für Berufe im Gesundheitswesen oder im Bereich der sozialpflegerischen oder pädagogischen Berufe

 Hochschulzugang für sonstige beruflich Qualifizierte

Gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 11 BbgHG kann zu einem Studium, das zu einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss führt, zugelassen werden, wer „den Abschluss der Sekundarstufe I oder einen gleichwertigen Abschluss und eine für das beabsichtigte Studium geeignete abgeschlossene Berufsausbildung mit einer danach erworbenen mindestens zweijährigen Berufserfahrung“ vorweisen kann.

 Wechsel aus einem anderen Bundesland/Wechsel aus einem anderen Land

Nach zwei erfolgreich absolvierten Studiensemestern in einem anderen Bundesland kann das Studium in Brandenburg in dem gleichen oder einem eng verwandten Studiengang fortgesetzt werden, unabhängig von der Art der Hochschulzugangsberechtigung (§ 9 Abs. 3 BbgHG).

Nach § 9 Abs. 3 BbgHG berechtigt, bei Nachweis der für das Studium erforderlichen Sprachkenntnisse, auch eine im Ausland erworbene Qualifikation, sofern diese den oben genannten beruflichen Qualifikationen vergleichbar ist, zu der Aufnahme eines Studiums.

Anrechnung von beruflichen Kenntnissen

Gemäß § 24 Abs. 5 BbgHG sind außerhalb des Hochschulwesens erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten bis zu 50 Prozent auf ein Hochschulstudium anzurechnen, wenn der Inhalt und das Niveau dem des zu ersetzenden Studienteils gleichwertig sind.

(Stand: März 2016)

Daten-Monitoring

 

Laut aktueller Zahlen verzeichnen brandenburgische Hochschulen auf allen drei Ebenen des Studiums ohne Abitur einen negativen Trend. Während sich bei der überdurchschnittlichen Quote der Absolvent(inn)en ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein, nur im Vergleich zum Vorjahr, geringer Verlust von 0,07 Prozentpunkten zeigt und Brandenburg auch weiterhin den dritten Platz im Bundesländervergleich belegt, sinkt die Quote der Studienanfänger(innen) ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife sichtlich. Hier liegt das Land nach einem Verlust von 0,64 Prozentpunkten bei einer aktuellen Quote von 1,62 Prozent und verliert zwei Plätze im Bundesländervergleich. Mit dem neunten Platz befindet sich Brandenburg damit aber weiterhin im Mittelfeld. Die Studierendenzahlen weisen ebenfalls einen leichten Verlust auf und entfernen sich mit einem Wert von 1,43 Prozent stärker als im Vorjahr vom Bundesdurchschnitt.