Quantitative Entwicklung in den Bundesländern

Die quantitative Entwicklung beim Studium ohne Abitur verläuft in den 16 deutschen Bundesländern traditionell sehr unterschiedlich. Das trifft auch für das aktuelle Berichtsjahr 2019 zu, und zwar sowohl bezogen auf die Zahlen der Studienanfänger*innen und Studierenden als auch die der Hochschulabsolvent*innen. Die nachfolgende interaktive Grafik gibt gemeinsam mit dem anschließenden erläuternden Text vertiefte Informationen und bietet über die Auswahlfunktion in der rechten Spalte zudem auch Vergleichsmöglichkeiten zwischen den Bundesländern.

Mit der interaktiven Grafik können Sie die quantitative Entwicklung in den Bundesländern mittels verschiedener Filter individuell darstellen und interessenbezogen untersuchen. Der Fokus kann dabei beispielsweise auf gesonderte Personengruppen wie Studienanfänger*innen, Studierende oder Absolvent*innen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung gelegt werden. Zudem können verschiedene Jahre und/oder Bundesländer unabhängig voneinander oder im Vergleich zueinander betrachtet werden.


Hamburg im Ländervergleich der Studienanfänger*innen erneut Spitzenreiter

Bei Betrachtung der Entwicklung der Erstsemester ohne (Fach-)Abitur ist festzustellen, dass es auf dem obersten Rang sowie auf den beiden letzten Plätzen keine Veränderungen gibt. Hamburg ist mit einem Anteil von 5,32 Prozent weiterhin Spitzenreiter im Bundesländervergleich, obwohl die Quote im Vergleich zu Vorjahr um 0,5 Prozent ein wenig gefallen ist. Hamburg ist zudem das einzige Bundesland, welches in diesem Punkt die Fünf-Prozent-Marke überschritten hat.

Den größten Aufstieg im Berichtsjahr 2019 kann Thüringen verzeichnen. Das Bundesland klettert von Platz 9 im Vorjahr auf den 2. Platz mit einer Quote von 4,89 Prozent. Das entspricht einem Plus von 2,83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese positive Entwicklung ist auf die Internationalen Hochschule IUBH zurückzuführen, die ihren Hauptsitz von Nordrhein-Westfalen nach Thüringen verlegt hat. Im Gegenzug hat NRW im bundesweiten Vergleich drei Plätze verloren und rutscht von Platz 2 auf 5 mit einer aktuellen Quote von 3,63 Prozent. Dies entspricht einem Minus von 0,32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schaut man sich die absoluten Zahlen der Erstsemester an, so hat Nordrhein-Westfalen mit 4.331 Personen bundesweit die meisten Studienanfänger*innen ohne Abitur - genau wie in den Jahren zuvor.

Weiteres Mitglied im Spitzentrio ist Bremen. Mit einem Anteil von 4,46 Prozent kann der Stadtstaat im Bundesländervergleich auf den 3. Rang aufsteigen. Dies entspricht einer Steigerung von 0,67 Prozent. Hessen verliert dagegen 0,24 Prozentund fällt mit 4,06 Prozent auf den 4. Platz zurück. Diese beiden Länder haben also ihre Vorjahresplatzierungen getauscht.

Rheinland-Pfalz, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern rutschen im Vergleich zum Vorjahr je einen Platz nach unten und belegen nun die Ränge 6 bis 9. Rheinland-Pfalz erreicht 2019 eine Quote von 3,61 Prozent, was einen Verlust von 0,06 Prozent bedeutet. Berlin muss einen Verlust von 0,4 Prozent hinnehmen und steht nun bei 2,91 Prozent. Beide Ergebnisse liegen noch über dem Bundesdurchschnitt von 2,9 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern büßt einen Platz ein, obwohl das Bundesland seine Quote um 0,14 Prozent steigern konnte und derzeit bei 2,71 Prozent liegt. Auch Bayerns Quote sinkt marginal auf 2,53 Prozent.

Ein weiterer Aufsteiger des Jahres 2019 ist Brandenburg. Das Bundesland kann seine Quote um 0,53 Prozent steigern und klettert vom Vorjahresplatz 14 auf Platz 10 im aktuellen Berichtszeitraum. Brandenburg erreicht einen Anteil von 2,12 Prozent Studienanfänger*innen ohne (Fach-)Abitur an allen Erstsemestern im Bundesland.

Die Plätze 11 bis 16 belegen Niedersachsen (2,05 %), Sachsen-Anhalt (1,74 %), Sachsen (1,73 %), Schleswig-Holstein (1,41 %), Baden-Württemberg (1,36 %) und das Saarland (1,25 %). Hier gibt es anteilsmäßig kaum Veränderungen zum Vorjahr.

 

Thüringen springt bei der Studierendenquote auf Platz 1

Bei der Entwicklung der Studierenden ohne (Fach-)Abitur ist im Berichtsjahr 2019 wieder Bewegung in die Rangfolge der Bundesländer  gekommen. Für eine Überraschung hat Thüringen gesorgt - das Bundesland erreicht den absoluten Spitzenwert von 6,38 Prozent. Seine Quote verbessert sich damit um 4,81 Prozent und bedeutet einen Sprung von Platz 10 auf Platz 1 im bundesweiten Vergleich. Wie schon erwähnt geht diese Entwicklung auf die Verlegung des Hauptstandorts der Internationalen Hochschule IUBH von Nordrhein-Westfalen nach Thüringen zurück. NRW verliert insgesamt 0,33 Prozent und fällt mit einer Quote von 2,11 Prozent von Platz 5 auf Platz 8 zurück. Dennoch kann das Bundesland mit 16.334 Personen die größte absolute Anzahl an Studierenden ohne Abitur verzeichnen.

Hamburg wird durch diese Entwicklung von seiner langjährigen Spitzenposition auf Platz 2 verwiesen. Die Quote des Stadtstaats sinkt im Berichtsjahr 2019 um 0,88 Prozent und erreicht mit 4,35 Prozent einen Wert, der im Gegensatz zu den Jahren zuvor unter die Fünf-Prozent-Marke rutscht.

Wie bei den Erstsemestern nimmt Bremen auch beim Bundesländervergleich bezogen auf die Studierenden ohne (Fach-)Abitur Platz 3 ein. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem Bremen ebenfalls Platz 3 belegte, konnte das Bundesland seine Quote um 0,45 Prozent steigern und erreicht nun 3,41 Prozent. Berlin rutscht mit 2,94 Prozent von Platz 2 auf Platz 4 und auch Rheinland-Pfalz bewegt sich einen Rang nach unten - von Platz 4 im Vorjahr auf Platz 5 mit 2,89 Prozent. Hessen kann dagegen seine Position halten und bleibt mit einer Quote von 2,43 Prozent auf dem 6. Rang. Damit liegt das Bundesland über dem Bundesdurchschnitt, der bei der Studierendenquote 2,21 Prozent beträgt.

Auf dem 7. Platz folgt Mecklenburg-Vorpommern mit 2,12 Prozent. Das Bundesland kann hier seine Quote um 0,15 Prozent steigern und seine Position im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessern. Auch Bayern kann den Anteil an Studierenden ohne (Fach-)Abitur um 0,03 Prozent steigern, fällt mit einer Quote von 2,07 Prozent jedoch vom Platz 7 auf Platz 9 zurück.

Auf den Plätzen 10 bis 16 befinden sich Niedersachsen (1,71 %), Sachsen-Anhalt (1,56 %), Brandenburg (1,36 %), Schleswig-Holstein (1,25 %), Sachsen (1,22 %), Baden-Württemberg (1,21 %) und das Saarland (1,12 %), welches mit einer Steigerung der Quote um 0,25 Prozent erstmals die Ein-Prozent-Marke geknackt hat.

 

Kaum Veränderungen bei den Hochschulabsolvent*innen


Erneut führt Hamburg die Spitzengruppe bei den Hochschulabsolvent*innen ohne (Fach-)Abitur an. Zwar verliert die Hansestadt 0,4 Prozent, liegt aber mit 3,55 Prozent weiterhin auf dem ersten Platz im Bundesländervergleich. Auch Berlin büßt 0,33 Prozent ein, liegt mit 3,0 Prozent jedoch abermals auf dem 2. Rang. Beide Bundesländer nehmen diese Spitzenpositionen bereits seit 2013 ein. Der 3. Platz geht genau wie im Vorjahr an Rheinland-Pfalz mit 2,41 Prozent, das seine Quote damit um 0,24 Prozent steigern kann.

Bayern nimmt im aktuellen Berichtsjahr Platz 4 mit 1,95 Prozent Hochschulabsolvent*innen ohne (Fach-)Abitur ein. Belegt das Bundesland im Vorjahr noch Rang 7, steigert es seine Quote nun um 0,21 Prozent. Hessen bleibt dagegen auf Platz 5 mit einer Quote von 1,8 Prozent. Damit liegt das Bundesland über dem Bundesdurchschnitt von 1,67 Prozent.

Niedersachsen (1,59 %) klettert vom 8. auf den 6. Platz, obwohl die Quote nur um 0,03 Prozent zunimmt. Mecklenburg-Vorpommern fällt im Vergleich zum Vorjahr von Rang 4 auf Rang 7 mit 1,56 Prozent. Nachdem Thüringen schon bei den Studienanfänger*innen sowie Studierenden einige Plätze aufsteigen konnte, verzeichnet das Bundesland auch bei den Absolvent*innen ohne Abitur einen Zuwachs von 0,27 Prozent. Damit erreicht das Bundesland eine Quote von 1,54 Prozent, kann zwei Plätze aufsteigen und belegt nun Rang 8. Danach kommt Nordrhein-Westfalen mit 1,44 Prozent auf Platz 9. Für NRW bedeutet dies einen Verlust von 3 Rängen und 0,33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den folgenden Bundesländern haben sich die Quoten nur marginal beziehungsweise gar nicht verändert. Rang 10 bis 14 nehmen ein: Brandenburg (1,37 %), Bremen (1,31 %), Sachsen-Anhalt (1,23 %), Sachsen (!,09 %), Schleswig-Holstein (1,05 %). Baden-Württemberg (Platz 15) und das Saarland (Platz 16) bilden die Schlusslichter und erreichen mit Quoten von 0,96 beziehungsweise 0,92 Prozent nicht einmal die Ein-Prozent-Marke.