Informationen zu den verwendeten Daten

Unter dem Begriff "Studierende ohne Abitur" werden Personen verstanden, die weder eine allgemeine Hochschulreife noch eine Fachhochschulreife besitzen. Es handelt sich um Menschen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, die sich in der Hauptsache über ihre Berufsausbildung und Berufspraxis für ein Studium qualifizieren. Dies geschieht durch eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine mehrjährige Berufspraxis sowie gegebenenfalls durch eine darüber hinausgehende Aufstiegsfortbildung oder den Besuch einer Fachschule.

Da keine Ressourcen für eigene bundesweite Datenerhebungen zur Verfügung stehen, nutzt der Betreiber dieses Online-Portals, das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), das Zahlenmaterial des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) für seine Auswertungen. Dabei handelt es sich um bundesweite Daten, welche nicht öffentlich zugänglich sind. Sie müssen extra angefordert und teilweise auch vergütet werden. Aufgrund der stark gewachsenen Dynamik beim Studium ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife nimmt das CHE das Monitoring und damit auch die Aktualisierung des Online-Portals jährlich vor. Bis zum Jahr 2010 war es ausreichend, die quantitative Entwicklung in Fünf-Jahres-Schritten zu erfassen. Folgende Daten wurden in die bisang vom CHE durchgeführten Analysen einbezogen:

  • Studienanfänger(innen) und Studierende nach Art der Hochschulzugangsberechtigung gegliedert nach Bundesländern und Hochschulen für die Jahre 1997, 2002, 2007 und 2010 - 2016,
  • Absolvent(inn)en nach Art der Hochschulzugangsberechtigung für die Jahre 1997, 2002, 2007 und 2010 - 2016 (gegliedert nach Bundesländern) und für die Jahre 2002, 2007, 2010, 2015 und 2016 zusätzlich gegliedert nach Hochschulen sowie 
  • die von Studienanfänger(inne)n gewählten Studienfächer nach Art der Hochschulzugangsberechtigung für die Jahre 2002, 2007, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016. Aufgrund der ab dem WS 2015/2016 geänderten Fächersystematik in der Hochschulstatistik von DESTATIS sind die Daten der Jahre 2015 und 2016 zu den Studienfächern nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Bei den Änderungen der Fächersystematik handelt es sich vor allem um die Zusammenlegung von Fächergruppen oder die Verschiebung einzelner Studienbereiche in andere Fächergruppen. So werden seit dem WS 2015/2016 die Studienbereiche „Psychologie“, „Erziehungswissenschaften“ sowie der bisherige Studienbereich „Sonderpädagogik“ statt wie bisher in der Fächergruppe „Sprach- und Kulturwissenschaften“ nun in der Fächergruppe „Rechts- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ geführt. Der Nachweis des Studienbereichs „Informatik“ erfolgt nun in der Fächergruppe "Ingenieurwissenschaften" und nicht weiter in der Fächergruppe „Mathematik, Naturwissenschaften“. Die bisher separate Fächergruppe „Veterinärmedizin“ ist in die Fächergruppe „Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin“ eingruppiert worden.

Genauere Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Datengewinnung und -auswertung: Anhand eines Schlüsselverzeichnisses liefern Universitäten und Fachhochschulen Zahlen an die Statistischen Landesämter, welche dieses Material ihrerseits an das Statistische Bundesamt weitergeben. Dort erfolgt die Zusammenführung der Daten. Die zum Einsatz kommende Abfragematrix ist jedoch nicht immer selbsterklärend und Bedarf für eine sichere Zuordnung zumeist eines genauen Blicks in die Erläuterungen zu den Signaturschlüsseln. Das CHE orientiert sich bei seinem jährlichen Daten-Monitoring am Vorgehen des Nationalen Bildungsberichts und verwendet als Berechungsgrundlage die DESTATIS-Signaturschlüssel der Kategorien „Hochschulzugangs­berechtigung über berufliche Qualifikation“ (34, 53, 71) und „Hochschulzugangsberechtigung über Begabtenprüfung, Eignungs- und Externenprüfung" (33, 52, 77).

Nach wie vor ist die Verfügbarkeit und die Qualität quantitativer Daten zum Studieren ohne allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife in Deutschland in einigen Punkten verbesserungswürdig. Daran hat sich seit dem Erscheinen der ersten bundesweiten Studie des CHE zur Situation in Bund und Ländern (vgl. Nickel/Leusing 2009) wenig geändert. Wichtig ist die Information, dass seit dem WS 2016/2017 die Daten, der bis dato separat erhobenen Signaturschlüssel 91, 92 und 93 für die Kategorie „Studien­berechtigung ohne formale Hochschulreife“, welche die „Eignungs­prüfungen für Kunst- und Musikhochschulen"meint,  nun im Rahmen der drei Schlüssel zur „Begabtenprüfung“ (33, 52, 77) erfasst werden. Dadurch könnte sich die bestehende Problematik bei den Daten von DESTATIS verschärfen. Konnte bereits bislang keine Sicherheit darüber hergestellt werden, ob die Hochschulen ihre Angaben zum Studieren ohne allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife auch den richtigen Signaturschlüsseln zuordneten, lässt sich nun auch nicht mehr mit Gewissheit sagen, dass die Angaben zu den Begabtenprüfungen sachgerecht ausfallen.

Ziel des jährlichen Daten-Monitorings im Rahmen des vorliegenden Online-Portals ist es zum einen, die in der Studie des CHE von 2009 begonnene Verlaufsanalyse zur Entwicklung des Studiums ohne Abitur in Bund und Ländern regelmäßig fortzuschreiben und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dabei beziehen sich die aktuellsten Zahlen auf das Studien- und Prüfungsjahr 2016. In die Auswertung einbezogen sind Daten von allen staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Die Datenangaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume: „Studienanfänger(innen)“ auf das Sommer- und das nachfolgende Wintersemester, „Studierende“ ausschließlich auf den Beginn des Wintersemesters und „Absolvent(inn)en“ auf das ganze Prüfungsjahr. Studienanfänger(innen) meint hier Studierende, die im ersten Hochschulsemester an einer Hochschule eingeschrieben sind. Davon abzugrenzen sind Personen, die im ersten Fachsemester ihres Studiengangs studieren und nicht zwangsläufig Studienanfänger(innen) im ersten Hochschulsemester sind. Weiterhin ist hinsichtlich der Studierendenzahlen des Statistischen Bundesamtes zu beachten, dass diese die Zahlen der Studienanfänger(innen) implizieren.

Die Auswertung der hochschulbezogenen Daten erfolgt bundeslandspezifisch. Für die Analyse müssen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit weiteren Informationen zum Hochschultyp (Universität, Fachhochschule oder Kunst- und Musikhochschule) und zur Trägerschaft (staatlich, privat oder kirchlich) kombiniert und abgeglichen werden. Dies geschieht vor allem mit Hilfe der Hochschulliste der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und durch darauf basierenden Plausibilitätsprüfungen durch das CHE.