Informationen zu den verwendeten Daten

Der Begriff „Studierende ohne Abitur" bezeichnet Personen, die weder über eine allgemeine Hochschulreife noch über eine Fachhochschulreife verfügen, sondern die Hochschulzugangsberechtigung (HZB) über den beruflichen Weg erlangt haben. Das kann einerseits durch eine Berufsausbildung in Kombination mit Berufspraxis erfolgen, andererseits durch den Abschluss einer beruflichen Aufstiegsfortbildung, z. B. als Meister*in, Fachwirt*in, oder durch Abschlüsse an einer Fachschule. Ebenfalls als Studierende ohne Abitur gelten Personen, die eine Eignungs- oder Begabtenprüfung erfolgreich bestanden haben.

Die Grundlage des Daten-Monitorings bilden die beim Statistischen Bundesamt (DESTATIS) als kostenpflichtige Sonderauswertung angeforderten Daten zu Studienanfänger*innen, Studierenden und Absolvent*innen differenziert nach HZB, Bundesland und einzelnen Hochschulen. Mit Studienanfänger*innen sind Studierende im ersten Hochschulsemester gemeint. Die entsprechenden Zahlenangaben umfassen für das Sommer- sowie das nachfolgende Wintersemester eines Jahres. Die Zahlen zu den Studierenden beziehen sich auf den Beginn des Wintersemesters eines Jahres, wobei hier auch die Zahlen der Studienanfänger*innen enthalten sind. Die Studierendenzahlen spiegeln also die quantitative Gesamtsituation aller an deutschen Hochschulen eingeschriebenen Personen wider. Die Zahlenangaben zu den Hochschulabsolvent*innen beziehen sich hingegen auf ein Prüfungsjahr, d. h. das Sommersemester und das vorhergehende Wintersemester. Alle von DESTATIS erfassten staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland werden in die vorliegende Auswertung einbezogen. Für die Analyse werden die Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit Informationen zum Hochschultyp (Universität, Fachhochschule oder Kunst- und Musikhochschule) und zur Trägerschaft (staatlich, privat oder kirchlich) kombiniert und abgeglichen. Dies geschieht vor allem mit Hilfe der Hochschulliste der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und durch darauf basierenden Plausibilitätsprüfungen durch das CHE.

Darüber hinaus werden Daten aus einer weiteren kostenpflichtigen Sonderauswertung zu Studienanfänger*innen, Studierenden und Absolvent*innen differenziert nach Alter, Geschlecht und HZB verwendet. Bei den Studienanfänger*innen erfolgt zudem eine Auswertung nach Studienfach, bei den Studierenden wird zusätzlich auch nach Abschlussart (Bachelor/Master) analysiert.

Die DESTATIS-Daten werden von den Universitäten und Fachhochschulen anhand eines Schlüsselverzeichnisses an die jeweiligen Statistischen Landesämter geliefert, welche dieses Material an das Statistische Bundesamt weitergeben. Dort erfolgt die Zusammenführung zu einem Datensatz. Die zum Einsatz kommende Abfragematrix ist jedoch nicht immer selbsterklärend. Für eine sichere Zuordnung bedarf aufseiten der Hochschulen zumeist eines genauen Blicks in die Erläuterungen zu den Signaturschlüsseln. Hier besteht eine gewisse Fehleranfälligkeit, weil nicht sicher davon ausgegangen werden kann, dass bei der Datenzuordnung zu den Signaturschlüsseln keine Missverständnisse entstehen (Muckel 2013, S. 23ff.). Eine diesbezügliche Überprüfung der DESTATIS-Daten ist allerdings nicht möglich

Für die Auswertung im Rahmen des vorliegenden Monitoringberichts werden die Daten aus den DESTATIS-Signaturschlüsseln der Kategorien „Hochschulzugangsberechtigung über berufliche Qualifikation“ (34, 53, 71) und „Hochschulzugangsberechtigung über Begabtenprüfung, Eignungs- und Externenprüfung“ (33, 52, 77) verwendet. Die Abschlüsse, die den Schlüsseln 33 und 34 zugeordnet sind (z. B. Meisterprüfung), werden einer allgemeinen Hochschulreife gleichgesetzt und die den Schlüsseln 52 und 53 (z. B. mind. zweijährige Berufsausbildung und mind. zweijährige fachbezogene Berufspraxis) zugeordneten Abschlüsse werden mit einer fachgebundenen Hochschulreife gleichgesetzt. Weiterhin werden Abschlüsse der Signaturschlüssel 71 und 77 (z. B. Bildungsgänge an Fachschulen, die an eine berufliche Erstausbildung sowie Berufserfahrung anschließen), mit einer Fachhochschulreife gleichgesetzt.

In den nachfolgenden Kapiteln werden die Daten, sofern sinnvoll, im Zeitverlauf dargestellt, um Entwicklungen beim Studieren ohne Abitur aufzuzeigen. Insgesamt liegen dem CHE folgende Datenbestände vor:

  • Studienanfänger*innen und Studierende nach Art der HZB gegliedert nach Bundesländern und Hochschulen für die Jahre 1997, 2002, 2007 und 2010 – 2020,
  • Absolvent*innen nach Art der HZB für die Jahre 1997, 2002, 2007 und 2010 – 2020 (gegliedert nach Bundesländern) und für die Jahre 2002, 2007, 2010 sowie 2015 – 2020 zusätzlich gegliedert nach Hochschulen sowie
  • die von Studienanfänger*innen gewählten Studienfächer nach Art der HZB für die Jahre 2002, 2007 und 2010 – 2020. Aufgrund der ab Wintersemester 2015/16 geänderten Fächersystematik in der Hochschulstatistik von DESTATIS sind die Daten der Jahre 2015 bis 2020 zu den Studienfächern nur eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar.

Bei der Änderung der Fächersystematik handelt es sich vor allem um die Zusammen-legung von Fächergruppen oder die Verschiebung einzelner Studienbereiche in andere Fächergruppen. So werden seit dem Wintersemester 2015/16 die Studienbereiche „Psychologie“, „Erziehungswissenschaften“ sowie der bisherige Studienbereich „Sonderpädagogik“ statt wie bisher in der Fächergruppe „Sprach- und Kulturwissen-schaften“ nun in der Fächergruppe „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ geführt. Der Nachweis des Studienbereichs „Informatik“ erfolgt nun in der Fächer-gruppe „Ingenieurwissenschaften“ und nicht mehr in der Fächergruppe „Mathematik, Naturwissenschaften“. Die bisher separate „Veterinärmedizin“ ist in die Fächergruppe „Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin“ eingruppiert worden.

Eine weitere Änderung zeigt sich bei Hochschulen mit mehreren Standorten: Seit 2017 weist das Statistische Bundesamt alle Einzelstandorte separat aus. Zuvor wurde lediglich der Hauptstandort angegeben, was zu Verzerrungen geführt hat. Das neue Vorgehen ermöglicht ein realistischeres Bild der Nachfrage in den einzelnen Bundesländern.

Je nach Entwicklungsverlauf ist es sinnvoll, z. B. größere Zeitabstände darzustellen oder nur auf jüngere Daten zu fokussieren. Zudem werden bestimmte Auswertungen erst seit einigen Jahren einbezogen, so u. a. nach Geschlecht, Alter sowie zu spezifischen Fächergruppen. Hier sind Vergleiche zu früheren Zeiträumen nur eingeschränkt möglich.

Nach wie vor ist die Verfügbarkeit und die Qualität quantitativer Daten zum Studium ohne Abitur in Deutschland in einigen Punkten verbesserungsbedürftig. Daran hat sich seit dem Erscheinen der ersten bundesweiten Studie des CHE zur Situation in Bund und Ländern (Nickel & Leusing 2009) wenig geändert. Eine maßgebliche Veränderung hat DESTATIS im Wintersemester 2016/17 vorgenommen: Die bis dato separat erhobenen Signaturschlüssel 91, 92 und 93 für die Kategorie „Studienberechtigung ohne formale Hochschulreife“, welche die „Eignungsprüfungen für Kunst- und Musikhochschulen“ meint, werden seitdem im Rahmen der drei Schlüssel zur „Begabtenprüfung“ (33, 52, 77) erfasst. Dadurch ist die Problematik der Datenqualität bedauerlicherweise verschärft worden, da nun keine differenzierte Unterscheidung zwischen den Daten zu Begabtenprüfungen und denen zu Eignungs- und Externenprüfungen möglich ist.